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Metaslam

In Leben on 21. Januar 2014 at 13:04

Metaslam
Es fängt an mit diesem Satz

Es fängt an mit diesem Satz
Denn ich immer mal wieder wiederhole
So wie ich Worte immer wieder wiederhole

Oder Phrasen

Es ist ein starker Satz
der euch denken lässt
Wow!
„Dieser Satz hat was zu tun mit MIR“

Dieser – MEIN- Satz ist stark und er meint
DICH
Ich rede jetzt ein bisschen von mir und dann sage ich diesen anderen Satz den mein Vater immer gesagt hat und lasse ihn einfach so stehen

Diesen Satz den mein Vater immer gesagt hat
Und er klingt erst ein bisschen lächerlich
Er klingt wie etwas aus einer vergangenen Zeit
jetzt gleich ist es wieder so weit – denke ich

Und dann fange ich wieder an mit diesem ersten Satz
Und wiederhole dieses EINE WORT so eindrücklich dass ihr denkt

Hey!
Moment!

Dieser erste Satz hat was zu tun mit diesem Satz von diesem Vater
Und weil der erste Satz was zu tun hatte mit DIR
Darum hast DU plötzlich was zu tun mit MEINEM Vater
Und ich sage nochmal den Satz vom Anfang und plötzlich sind WIR alle Brüder (und Schwestern) und denken
Genau!
Wow!
Wir sind ja doch alle irgendwie…

Gleich

Eins

Stark

Wie dieser Satz vom Anfang
Und jetzt mache ich ein Break

und ihr denk alle jetzt kommt er nochmal
Jetzt sagt er ..
Und ich?
Ich sag was ganz anderes und für einen Moment scheint der Bann gebrochen
Habt ihr – denkt ihr – den Braten
gerochen
Und weil ich euch jetzt fast verliere
Und ich das spüre
Fange ich an mit den Worten zu spielen
Gar nicht mal mit so vielen
Und so komme ich wieder zurückgekrochen
In euren Bannkreis
Mit meinem Wortfleiß

Und ihr bleibt
dabei
Und jetzt
zum Ende
Wieder der Satz
Vom Anfang
Der, auf den es ankam
Und wir fühlen uns wieder wie Brüder (und Schwestern)

alles in allem etwas weniger einsam

2014

In Leben on 1. Januar 2014 at 01:34

Liebe
Leidenschaft
Liederabende
Lustigemusikanten
LauteundnervigeKinder
LatentunzufriedenetageimBüro
Letztlichzufriedenmitdemgrossenganzen
2014

Don’t worry about missing out – Eine Frage der Wahrnehmung

In Leben on 16. Dezember 2013 at 12:46

Während ich in London auf die nächste Tube warte fällt mir letzte Woche ein Plakat auf. Ein fix und fertig aussehender junger Mann sorgt sich „If I miss this gig my friends will all think I’ve gone mainstream“. Darunter in Kapitalen: „Don’t worry about missing out“.

Noch bevor ich mir das Plakat weiter ansehen kann kommt der Zug und im sitzen denke ich so vor mich hin: Prima Kampagne. Echt wahr! Wir sollten alle mal ein paar Gänge runterschalten und mal alles nicht so wichtig nehmen. Dieser Freizeitterror oben auf den ganzen Stapel von Arbeits- und Familienverpflichtungen. Hält doch kein Mensch aus. Cool, dass das sogar hier in UK schon thematisiert wird. Steckt da das NHS hinter oder die WHO oder so? 

Ein paar Stationen später auf dem Weg ans Tageslicht ein weiteres Plakat der selben Kampagne. Dieses Mal eine hysterische Mutter: „If I miss my daughters schoolplay she will turn into a drama queen“ Erneut das beschwichtigende „Don’t worry about missing out“. Genau, alles viel zu hoch gehangen. Wir sind hier doch nicht im US Kino. Oder?

Ich bleibe stehen und lese weiter.

Es geht um Anti-Erkältungspillen.
Irgendein Cocktail aus Paracetamol, Koffein und was gegen Schnupfen –
damit man auch mit 39 Fieber, Rotznase und zu wenig Schlaf noch funktioniert…

Eben alles eine Frage der Wahrnehmung.